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In ChatGPT und Googles KI-Antworten als Praxis genannt werden

Wie ChatGPT und Googles KI-Übersichten Quellen wählen, was Google offiziell empfiehlt und was Ihre Praxis jetzt tun kann. Mit Checkliste und llms.txt.

Awan Tofik

Awan TofikLeitung Entwicklung, AO Consulting

Stand: 9 Min. Lesezeit

Berater von AO Consulting mit Headset in einem Videogespräch

Kurz gesagt

Eine geheime Formel für KI-Suchen gibt es nicht. Google sagt offiziell, dass für AI Overviews und KI-Modus die normalen SEO-Grundlagen gelten. Praxen werden genannt, wenn Suchroboter die Seite lesen dürfen, jede Leistung klar erklärt ist, strukturierte Daten stimmen und das Google-Unternehmensprofil vollständig ist.

  • Für Googles KI-Antworten gelten laut Google keine Sonderregeln, nur SEO-Grundlagen.
  • Suchroboter wie OAI-SearchBot und PerplexityBot nicht aussperren.
  • Eine Seite je Leistung mit der Antwort im ersten Absatz.
  • Unternehmensprofil und strukturierte Daten mit denselben Angaben pflegen.
  • Eine llms.txt schadet nicht, wird von der Google-Suche aber nicht genutzt.

Wie wählen ChatGPT und Googles KI-Antworten ihre Quellen aus?

KI-Suchen durchsuchen das Web selbst, wählen passende Seiten aus und fassen sie zu einer Antwort mit Quellenlinks zusammen. Wer dort genannt werden will, muss also zuerst gefunden und gelesen werden können. Danach entscheidet, ob Ihre Seite die gestellte Frage klar beantwortet.

Bei Google sind das die AI Overviews (KI-Übersichten) über den normalen Treffern und der KI-Modus. Laut Google stellen beide intern mehrere verwandte Suchanfragen zu Teilaspekten einer Frage, Google nennt das „query fan-out“. Dadurch tauchen oft andere Seiten auf als in der klassischen Trefferliste. Grundlage bleiben aber die normalen Ranking-Systeme der Google-Suche.

ChatGPT und Perplexity betreiben eigene Suchroboter, sogenannte Crawler, die Webseiten lesen und in ihren Suchergebnissen verlinken.

Was keiner dieser Anbieter veröffentlicht, ist eine Liste von Ranking-Faktoren. Wer Ihnen eine geheime Formel für die KI-Suche verspricht, rät. Google rät in seinem eigenen Leitfaden ausdrücklich, sogenannte GEO- oder AEO-Tricks zu ignorieren. Belegt ist dagegen, was die Anbieter selbst empfehlen. Darum geht es in diesem Beitrag.

Was sagt Google offiziell zu AI Overviews und KI-Modus?

Google sagt: Für AI Overviews und den KI-Modus gibt es keine zusätzlichen Anforderungen, es gelten die normalen Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung. Eine Seite muss im Google-Index sein und mit einem Textausschnitt (Snippet) angezeigt werden dürfen. Eine Garantie, in KI-Antworten zu erscheinen, gibt es nicht.

Was Google empfiehlt

  • Google den Zugriff erlauben, in der Datei robots.txt und beim Hoster
  • Wichtige Inhalte als Text, nicht nur in Bildern oder PDFs
  • Seiten über interne Links auffindbar machen
  • Eine gute Nutzererfahrung, auch auf dem Handy
  • Strukturierte Daten, die zum sichtbaren Text passen
  • Das Google-Unternehmensprofil aktuell halten
  • Inhalte mit eigener Perspektive, die über Allgemeinwissen hinausgehen

Was laut Google nicht nötig ist

  • Besondere Dateien für KI wie eine llms.txt, Google Search nutzt sie nicht
  • Spezielles Schema-Markup nur für KI-Funktionen
  • Texte in kleine Häppchen zerlegen oder für die KI umschreiben
  • Gekaufte oder künstliche Erwähnungen

Neu seit Ende August 2026

In der Google Search Console gibt es seit dem 31. August 2026 eine eigene Einstellung für generative KI-Funktionen. Standardmäßig ist jede Webseite eingeschlossen. Schauen Sie unter Einstellungen, Search generative AI nach, ob dort niemand versehentlich „Ausschließen“ gewählt hat. Ist die Seite ausgeschlossen, erscheint sie weder in AI Overviews noch im KI-Modus.

Muss ich ChatGPT und Perplexity den Zugriff auf meine Webseite erlauben?

Ja, wer in der ChatGPT-Suche oder bei Perplexity mit Inhalt erscheinen will, darf deren Suchroboter nicht aussperren. Gesteuert wird das über die Datei robots.txt im Hauptverzeichnis Ihrer Webseite. Wichtig: Suche und KI-Training sind bei OpenAI getrennte Roboter. Sie können das eine erlauben und das andere sperren.

RoboterZweck laut AnbieterEmpfehlung für Praxen
GooglebotGoogle-Suche, auch AI Overviews und KI-Moduserlauben
OAI-SearchBotSeiten in der ChatGPT-Suche anzeigenerlauben
GPTBotInhalte für das Training von OpenAI-ModellenIhre Entscheidung, hat laut OpenAI keinen Einfluss auf die Suche
PerplexityBotSeiten in Perplexity-Suchergebnissen zeigen und verlinken, laut Perplexity nicht für Modelltrainingerlauben
Google-ExtendedKI-Training und andere Google-KI-Produkte außerhalb der SucheIhre Entscheidung, betrifft nicht AI Overviews

Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Hoster oder ein Sicherheitsdienst wie eine Firewall solche Roboter blockiert, ohne dass Sie es wissen. Die robots.txt allein sagt darüber nichts. Änderungen an der robots.txt übernehmen OpenAI und Perplexity laut eigener Angabe in etwa 24 Stunden.

Welche Inhalte machen eine Praxisseite für KI-Suchen zitierbar?

Zitierbar sind Seiten, die eine konkrete Patientenfrage gleich am Anfang beantworten und dabei Fakten nennen, die nur Ihre Praxis liefern kann. Eine Startseite mit „Herzlich willkommen in unserer modernen Praxis“ beantwortet keine Frage.

Patienten fragen eine KI zum Beispiel: „Welcher Zahnarzt in Bruchsal behandelt Angstpatienten und hat abends Termine?“ Eine KI kann Ihre Praxis nur nennen, wenn diese Angaben irgendwo klar stehen.

Ein Beispiel für einen ersten Absatz

Angst vor dem Zahnarzt? In unserer Praxis in [Ort] nehmen wir uns beim ersten Termin Zeit für ein Gespräch ohne Behandlung. Sie bestimmen das Tempo, und wir erklären jeden Schritt, bevor wir ihn machen. Termine gibt es auch dienstags und donnerstags bis 19 Uhr.

Dieser Absatz beantwortet drei Fragen auf einmal: Was bietet die Praxis an, wie läuft es ab, und wann gibt es Termine. Die Angaben in eckigen Klammern und die Uhrzeiten ersetzen Sie natürlich durch Ihre eigenen.

So bauen Sie Leistungsseiten auf

  1. Eine Seite je Leistung. Prophylaxe, Implantate, Kinderzahnheilkunde, Angstpatienten. Nicht alles auf einer Seite.
  2. Antwort zuerst. Der erste Absatz sagt in zwei, drei Sätzen, was Sie anbieten, für wen und wie es abläuft.
  3. Konkrete Angaben. Ablauf, Dauer, wer behandelt, ob Sie Kassen- oder nur Privatpatienten annehmen, ob die Praxis barrierefrei ist.
  4. Eigene Perspektive. Wie Sie es in Ihrer Praxis machen, nicht was in jedem Lexikon steht. Google bewertet Inhalte, die eine KI leicht selbst erzeugen könnte, als wenig hilfreich.
  5. Häufige Fragen am Ende. Die Fragen, die am Telefon wirklich gestellt werden, mit kurzen Antworten.
  6. Überall dieselben Daten. Adresse, Telefonnummer und Sprechzeiten müssen auf der Webseite, im Unternehmensprofil und in Verzeichnissen gleich sein.

Achten Sie bei allen Texten auf das Heilmittelwerbegesetz. Sachliche Information ist erlaubt, Erfolgsversprechen nicht. Mehr dazu im Beitrag Heilmittelwerbegesetz: Was Praxen in der Werbung dürfen.

Welche strukturierten Daten braucht eine Zahnarztpraxis?

Eine Zahnarztpraxis sollte ihre Grunddaten als strukturierte Daten mit dem Typ Dentist auszeichnen, einem Untertyp von LocalBusiness aus dem Vokabular schema.org. Strukturierte Daten sind ein unsichtbarer Code im Quelltext, der Suchmaschinen sagt, was auf der Seite steht: Name, Adresse, Telefonnummer, Sprechzeiten.

Google empfiehlt bei lokalen Unternehmen, den genauesten passenden Untertyp zu wählen. Schema.org führt Dentist als Untertyp von LocalBusiness, MedicalBusiness und MedicalOrganization.

FeldBedeutungLaut Google
nameName der PraxisPflicht
addressVollständige AnschriftPflicht
telephoneTelefonnummer mit Landes- und Ortsvorwahlempfohlen
openingHoursSpecificationSprechzeitenempfohlen
urlAdresse der Webseite oder Standortseiteempfohlen
geoKoordinaten, mindestens fünf Nachkommastellenempfohlen

Drei Regeln aus der Praxis:

  • Die Daten im Code müssen mit dem sichtbaren Text übereinstimmen. Andere Sprechzeiten im Code als auf der Seite schaden mehr, als sie nützen.
  • Bei mehreren Standorten bekommt jeder Standort eine eigene Seite mit eigenen Daten.
  • Strukturierte Daten sind kein Schalter für die KI-Suche. Google sagt ausdrücklich, dass es dafür kein besonderes Markup gibt. Sie helfen aber, Ihre Angaben eindeutig zu machen.

Welche Rolle spielt das Google-Unternehmensprofil für KI-Antworten?

Eine große: Google nennt das Unternehmensprofil ausdrücklich als Weg, damit Leistungen in KI-Antworten und anderen Suchergebnissen sichtbar werden. Bei Fragen wie „Zahnarzt in der Nähe“ greift Google auf genau diese Daten zurück.

Diese Punkte sollten im Google-Unternehmensprofil stimmen:

  • Eintrag bestätigt und der Praxis zugeordnet, nicht einer ehemaligen Agentur
  • Passende Hauptkategorie, etwa Zahnarzt oder Kieferorthopäde
  • Sprechzeiten inklusive Sonderöffnungszeiten an Feiertagen und im Urlaub
  • Leistungen und Merkmale wie barrierefreier Zugang
  • Echte Fotos von Team und Räumen
  • Antworten auf Bewertungen, sachlich und ohne Patientendaten

Wie Sie den Eintrag Schritt für Schritt aufbauen, steht im Beitrag Google-Unternehmensprofil: mehr Patienten aus der Region.

Bringt eine llms.txt-Datei etwas für die KI-Suche?

Nach heutigem Stand ist der Nutzen einer llms.txt für die Sichtbarkeit in KI-Suchen unklar, bei Google nachweislich null. Google schreibt in seinem Leitfaden, dass die Google-Suche solche Dateien nicht nutzt. Sie schaden dort nicht und helfen nicht.

Die llms.txt ist ein Vorschlag des Entwicklers Jeremy Howard vom September 2024, kein offizieller Standard. Gedacht ist eine kurze Textdatei im Hauptverzeichnis der Webseite, die KI-Programmen eine Übersicht mit den wichtigsten Links gibt. Ursprünglich zielte das vor allem auf technische Dokumentationen, die Programmierassistenten lesen.

Unsere Einschätzung: Eine llms.txt ist schnell angelegt und kann anderen KI-Diensten eine saubere Zusammenfassung Ihrer Praxis liefern. Wir legen sie deshalb bei neuen Webseiten mit an. Eine Wirkung auf Ihre Nennung in ChatGPT oder bei Google sollten Sie davon aber nicht erwarten. Wer Ihnen eine llms.txt als wichtigsten Hebel verkauft, übertreibt.

Wie gehe ich vor, und wie messe ich, ob es wirkt?

Gehen Sie zuerst die Grundlagen durch und messen Sie danach in der Search Console und in Ihrer Webanalyse. Einzelne Testfragen an ChatGPT sind kein verlässlicher Maßstab, weil Antworten je nach Nutzer, Ort und Formulierung schwanken.

Checkliste

  1. Search Console einrichten und prüfen, ob die Seite für generative KI-Funktionen eingeschlossen ist.
  2. robots.txt prüfen: Googlebot, OAI-SearchBot und PerplexityBot nicht gesperrt.
  3. Wichtige Seiten im Google-Index? In der Search Console mit der URL-Prüfung testen.
  4. Eine Seite je Leistung, mit Antwort im ersten Absatz und konkreten Angaben.
  5. Strukturierte Daten mit dem Typ Dentist, passend zum sichtbaren Text.
  6. Unternehmensprofil vollständig und aktuell.
  7. Adresse, Telefon und Sprechzeiten überall gleich.
  8. Seite lädt schnell und funktioniert auf dem Handy, siehe Core Web Vitals.

Woran Sie Erfolg erkennen

  • In der Search Console zählen Klicks aus AI Overviews und KI-Modus zum Suchtyp Web im Leistungsbericht. Laut Google gibt es zusätzlich einen Bericht speziell für generative KI-Funktionen.
  • In Ihrer Webanalyse tauchen Besuche auf, die von ChatGPT oder Perplexity kommen.
  • Neue Patienten erzählen am Telefon, dass sie Sie über ChatGPT oder Google gefunden haben. Fragen Sie danach und notieren Sie es.

Bei AO Consulting bauen wir Praxiswebseiten von Anfang an so, dass Google und KI-Suchen die Angaben einer Praxis sauber lesen können. Wie das bei Ihnen aussehen könnte, sehen Sie auf unserer Seite zur Praxiswebseite oder in einem kurzen Gespräch.

Häufige Fragen

Kann ich dafür bezahlen, in ChatGPT oder Googles KI-Antworten genannt zu werden?

Für die normalen KI-Antworten nennen weder Google noch OpenAI eine Möglichkeit, eine Nennung zu kaufen. Google rät sogar ausdrücklich von gekauften oder künstlichen Erwähnungen ab. Was hilft, sind gute Inhalte und saubere Daten.

Was bedeuten GEO und AEO?

GEO steht für Generative Engine Optimization, AEO für Answer Engine Optimization. Beides meint, Inhalte so aufzubereiten, dass KI-Suchen sie als Quelle nutzen. Google behandelt beides in seinem Leitfaden als Teil normaler Suchmaschinenoptimierung.

Wie lange dauert es, bis meine Praxis in KI-Antworten auftaucht?

Dafür gibt es keine feste Zeit, und keiner der Anbieter sagt eine Aufnahme zu. Zuerst müssen die Seiten neu gelesen und im Index sein, das kann bei Google Tage bis Monate dauern. Ob und wann Ihre Praxis genannt wird, hängt auch davon ab, wie gut andere Praxen in Ihrer Region aufgestellt sind.

Sollte ich das KI-Training mit meinen Texten verbieten?

Das ist eine Grundsatzentscheidung. Bei OpenAI sperren Sie mit GPTBot das Training, ohne die ChatGPT-Suche zu beeinflussen. Bei Google steuert Google-Extended das Training, nicht aber die Anzeige in AI Overviews.

Hilft ein FAQ-Bereich auf der Praxisseite?

Ja, wenn er echte Patientenfragen kurz und konkret beantwortet. So finden Patienten und KI-Suchen die Antwort schnell. Füllfragen ohne Inhalt helfen niemandem.

Quellen

  1. AI features and your website, Google Search Central, abgerufen am 22. Oktober 2026
  2. Google's guide to optimizing for generative AI features on Google Search, Google Search Central, abgerufen am 22. Oktober 2026
  3. Search generative AI control (Search Console), Google Search Console-Hilfe, abgerufen am 22. Oktober 2026
  4. Local business (LocalBusiness) structured data, Google Search Central, abgerufen am 22. Oktober 2026
  5. Dentist, schema.org, abgerufen am 22. Oktober 2026
  6. Overview of OpenAI crawlers, OpenAI, abgerufen am 22. Oktober 2026
  7. Perplexity crawlers, Perplexity, abgerufen am 22. Oktober 2026
  8. The /llms.txt file, llmstxt.org (Jeremy Howard), abgerufen am 22. Oktober 2026

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